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Talin Hazbar

Antoinette Yetunde Oni

Die Künstlerin, Architekturdesignerin und Researcherin Antoinette Yetunde Oni wurde 1994 in London geboren und lebt in St Albans. In ihrer spektulativen Arbeit setzt sie sich mit Ressourcenabbau, Migration und Klima-Ungerechtigkeit im Globalen Süden auseinander. Oni begründet ihre Praxis vor dem Hintergrund ihrer britisch-nigerianischen Identität mit einem dekolonialen Designmanifest, dessen Ziel es ist, Hierarchien herauszufordern, Unterwerfung entgegenzutreten und für die Reparatur und Wiederherstellung indigenen Landes einzutreten.

Oni absolvierte einen BA in Architektur an der University of Manchester und einen MA in Architektur am Central St. Martins. Jüngst erhielt sie u. a. die E.ON Foundation VISIT Residency, den LVMH Maison/O Green Trail Award for Regenerative Luxury sowie das RIBA Norman Foster Travel Scholarship. Zudem schloss sie das Programm Art for Environment Residency an der Yinka Shonibare Foundation in Ijebu-Ode, Nigeria, ab.
 

„Die bedeutendste Einsicht aus meiner Zeit als dieDAS-Fellow betrifft die Tatsache, dass Designer*innen in der Lage sind, Ideologien zu entwerfen, zu entwickeln und zu verbreiten – auf dem kreativen Sektor, aber auch über dessen Grenzen hinaus. Wenn es zu ‚Monumental Affairs‘, also zu Fragen des Denkmals kommt, dann sind Designlehre, Architekturästhetik, Materialgewinnung und das Social Engineering von Communitys miteinander verschränkt – und bestimmt von den Ideologien der Mächtigen. Ich zog Lehren aus der Vergangenheit, insbesondere im Hinblick auf die Arbeit von Paul Schultze-Naumburg und dessen Rolle im nationalsozialistischen Regime. Und ich fühle mich nun stärker dazu aufgerufen, seinem Ansatz etwas entgegenzusetzen und in Design, meiner Architekturpraxis und meinem eigenen Schreiben weiter daran zu arbeiten, historisch marginalisierte Communitys zu unterstützen und Stimmen zu Gehör zu bringen, die viel zu lange schweigen mussten.“ – Antoinette Yetunde Oni 

Zu Onis langfristig angelegten Rechercheprojekten gehört etwa The Gossiping Plant. In diesem Projekt forscht sie zu neuen Materialien, die aus den Fasern invasiver Wasserhyazinthen gewonnen werden, und dazu, wie sich diese Pflanzen für ökonomisches und kulturelles Empowerment einsetzen lassen. Vor Ort in Nigeria sind diese Wassserhyazinthen als gbeborun bekannt, oder eben als gossiping plant. Überall in den Tropen verstopfen sie die Wasserwege, verhindern Biodiversität, verunmöglichen die Fischerei und begünstigen Überschwemmungen. In Dokumentarfilmen, mit Materialexperimenten und in kollaborativen Workshops mit den lokalen Communitys stellt sich Oni mit ihrem Projekt dem Umweltkollaps entgegen und versucht zugleich, neue Energiequellen zu erschließen und das regionale Kunsthandwerk zu fördern.

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